Sonntag, 15. Oktober 2017

Shawl-Corselet in zwei Variationen.


Heute möchte ich euch zwei Varanten meines Shawl-Corselets vorstellen. Dieses hatte ich ja letztes Jahr im September gearbeitet, konnte es aber wegen diverser Umstände noch nicht tragen.
Wer das ganze nochmal nachlesen möchte, klickt bitte hier.

Als erstes stelle ich euch die Variante vor, wie sie auch das Modekupfer im Journal des Luxus und der Moden abbildet. Ein weißes Kleid, das Shawl-Corselet und der Hut mit dem blauen Band.
Diese Kombination gefällt mir ausgesprochen gut und es ist ein so herrlich sommerliches Ensemble.









Die zweite Variante hatte ich dieses Jahr in Weimar getragen. Dazu gehört ein schlichtes scharzes Kleid, das Shawl-Corselet und ein Turban.
Auch in dieser ganz anderen Kombination, ist das Corselet in den Vordergrund gestellt und wertet so das einfache schwarze Baumwollkleid auf.
Es ist ein so vielfältiges Kleidungsstück udn ich bin mir sicher, mir fallen dazu noch einige weitere Kombinationsmöglichkeiten ein.

Vielen Dank auch nochmal an Alessandra für die Geduld beim Fotografieren.









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KK


Dienstag, 26. September 2017

und immer wieder.....Weimar!

Hallo ihr Lieben! Auch wenn dieses Jahr nicht gerade das produktivste ist in meinem Leben, ist es doch eines der aufregensten! Prioritäten haben sich verschoben, der Tagesablauf ist komplett auf den Kopf gestellt aber so glücklich wie gerade jetzt war ich schon lange nicht mehr.

Trotzdem gibt es wieder etwas zu erzählen! Die wunderbare Stadt der Dichter und Denker hat mich wieder für einige Tage in ihren Bann gezogen! Es war so wundervoll, wieder durch die bekannten Starßen und Gassen zu schlendern. Das Getrappel der Pferdekutschen durch das Fenster zu hören und natürlich das allbekannte indische Essen zu genießen! Es ist fast wie nach Hause kommen!
Und natürlich sind es auch die Freunde, mit denen man ein wunderbares Wiedersehen feiern kann! Wieder lachen, scherzen und die Leidenschaft für ein Hobby teilen!


Die Lustigen von Weimar
 
Donnerstag nach Belvedere,
Freitag gehts nach Jena fort;
Denn das ist, bei meiner Ehre,
Doch ein allerliebster Ort!
Samstag ists, worauf wir zielen,
Sonntag rutscht man auf das Land;
Zwätzen, Burgau, Schneidemühlen
Sind uns alle wohlbekannt.

Montag reizet uns die Bühne;
Dienstag schleicht dann auch vorbei,
Doch er bringt zu stiller Sühne
Ein Rapuschchen frank und frei.
Mittwoch fehlt es nicht an Rührung,
Denn es gibt ein gutes Stück;
Donnerstag lenkt die Verführung
Uns nach Belveder' zurück.

Und es schlingt ununterbrochen
Immer sich der Freudenkreis
Durch die zweiundfunfzig Wochen,
Wenn mans recht zu führen weiß.
Spiel und Tanz, Gespräch, Theater,
Sie erfrischen unser Blut;
Laßt den Wienern ihren Prater;
Weimar, Jena, da ists gut!
(Johann Wolfgang von Goethe)

 
Hier nun einige Impressionen:










Foto by Alessandra







Foto by Uwe Henry

Da dies unsere letzte Weimarreise war, möchte ich mich nocheinmal ganz herzlich bei den Organisatorinnen Sabine und Alessandra für fünf wundervolle Jahre bedanken!

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KK
 

Samstag, 25. Februar 2017

Der Neuzugang im Nähzimmer!

Mein Geburtstag im Februar bescherte mit tatsächlich eine digitale Nähmaschine! Wow! Nichts im Vergleich zu der alten Tischnähmaschine aus den 70gern! Hier soll aber gesagt sein, ich liebe diese alte Nähmaschine, auf ihr hab ich nähen gelernt, sie ist komplett aus Metall und absolut Robust. Aber leider näht sie kein Jersey!

Die Zeit war also reif für ein wenig Moderne im Nähzimmer!


Mein gutes neues Stück! Eine Medion, sicherlich nicht  die Luxusklasse aber mit über 200 Stichen wird sie mir genügen, war mir doch ein Stretchstich am wichtigsten!

Nun musste die Nähmaschine aber auch eingeweiht werden! Vor ein paar Wochen hatte ich mir eine Nähzeitschrift gekauft, weil ich da ein paar hüpsche Kleider entdeckt habe, die ich unbedingt mal probieren möchte. Außer historisches hab ich bisher nicht wirklich viel mehr für mich genäht.


Zum testen reicht natürlich erst mal ein Rock!
Also suchte ich mir einen Schnitt aus und kramte in meinem Stofffundus nach einem passenden Jersey. Mir fiel ein mintgrüner Stoff mit Katzenmotiv in die Hände. Perfekt!







Zugegeben, wenn ich die Löcher für die Kordel per Hand umstochen hätte, wären sie bestimmt noch etwas besser geworden, aber bei so vielen Möglichkeiten an Stichen, musste ich einfach ein paar wenigstens testen!


Fertig! Das Ergebnis stimmt mich schon zufrieden! Die Nähmaschine hat ihren Test bestanden! Und nun kann ichs verraten, der Rock ging zu ihrer neuen Besitzerin auf die Reise. Happy Birthday! Ich hoffe er wird passen und gefallen finden!


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KK 







Donnerstag, 16. Februar 2017

Alte Laster und neue Ideen.


Gewöhnlich beginnt bei mir eine Idee für ein neues Projekt oder Kleid meist mit dem Erwerb oder Fund eines Schmuckstückes.
So war es schon damals mit dem 1845ger Kleid, wo ich eine wunderschöne Haararbeit von 1848 erwerben konnte. Und so ist es auch diesmal!

Mein neuer Erwerb ist eine wunderschöne Muschelkamee. Sie zeigt drei wundervolle Grazien und ist wirklich fein ausgearbeitet. Zu Grunde liegt das wundervolle Bild von Antonio Canova "The Three Graces Dancing", danke hier an Alessandra!
Leider hat sie keine Fassung mehr, so dass ich mir nun Gedanken darüber machen,  wie ich sie wieder fassen lassen sollte.
Sicher gibt es dieses Motiv sehr häufig, auch mit Fassung, aber dann sind sie meist unerschwinglich! 


http:/pin.it. it/0YAarGJ

Schon länger ist mir ein Modekupfer ins Auge gefallen, wo diese besagte Gemme nun perfekt dazu passt! Und was soll ich sagen? Ich werde mich an dieses Ensemble versuchen!
Es ist aus dem Journal des Luxus und der Moden. Jahrgang 1794, Monat Mai beherbergt dieses Schätzchen. Zufälligerweise habe ich dieses Kupfer im Original. So kann man es viel intensiver studieren!

http://dfg-viewer.de/show/?set[mets]=http://zs.thulb.uni-jena.de/servlets/MCRMETSServlet/jportal_derivate_00118941/%3FXSL.Style%3Ddfg

Es wird definitiv ein Langzeitprojekt! Zumindest hab ich mir vorgenommen, es 2018 zu tragen. Bis dahin sammel ich erst mal Material und dann war da ja noch diese Schnürbrust....
Ja was ist mit ihr? So viel sei gesagt, ich habe es geschafft, alle Teile zusammen zu nähen! Immerhin...


Ansonsten passiert bei mir nicht viel, auch Frühling ist noch nicht in naher Sicht. Bis dahin geh ich bei bestem Wetter durch die Winterlandschaft spazieren!




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KK 

Samstag, 3. Dezember 2016

Von kleinen Wundern und anderen Dingen...


Sicher ist euch auch schon aufgefallen, dass es etwas ruhig auf meinem Blog geworden ist. Das liegt nicht daran, dass es mir an Projekten mangelt, oh nein! Man könnte eher sagen mein Arbeitstisch quillt über von Ideen, Stoffen und angefangenen Projekten!

Eins was ich aktuell im Schneckentempo bearbeite ist eine neue Schnürbrust von J.S. Bernhardt. Das ich diese überaupt machen kann verdanke ich der leiben Sabine! Dazu lest ihr am besten auf ihrem Blog die detailreiche Ausarbeitung dieser Studie!

Sie fertigte mir nicht nur das Schnittmuster, sondern auch ein Probestück, welches die liebe Mrs. R. von pavillon de la paix, letztes Jahr in Weimar mir angepasst hat.

So und nun nähe ich gemütlich mit langen Pausen seit einiger Zeit an dem guten Stück und kann euch verkünden: es ist noch immer nicht fertig!
Hier aber ein paar Zwischenfotos:



Der Grund, warum ich in letzter Zeit so rar und langsam bin, leigt daran, dass sich unsere kleine Familie um einen neuen Erdenbürger erweitert hat.
Unsere kleine Tochter ist unser ganzer Stolz! Und dieses jahr wird sicher eines der schönsten Weihnachten seit langem!


Seid aber versichert, dass es auf diesem Blog weiter geht, zwar vorerst im Schneckentempo, aber all die Projekte wollen ja noch zu einem guten Ende gebracht werden!

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KK


Sonntag, 11. September 2016

Shawl Corselet um 1797

Ein wenig mehr möchte ich noch in den 1790gern verweilen, zu viel gibt es zu entdecken und die Ideen für Mode und Alltag scheinen nie auszugehen. Daher möchte ich euch heute mein neues Ensemble aus dem Jahre 1797 vorstellen.

Inspiration bietet da immer wieder das Journal des Luxus und der Moden. Ich hatte ein hübsches Kupfer aus der Juli Ausgabe gefunden, deren Hut es mir als erstes angetan hatte.


http://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00121445/JLM_1797_H007_0027_b.tif

Beschrieben wird es im Journal als Basthut mit dunkelgrünen Bändern aus Atlas, die Enden wurden durch die Krempe gezogen und unter dem Kinn gebunden.
Ok, das klingt simpel! In meinem Fundus schlummerte noch ein fast vergessener Strohhut aus meinen Anfängen, der ganz grauenvoll dekoriert war.
Also nichts wie rann mit der Schere und die alte Deko erst mal runter! Die Hutform gefiel mir noch nicht wirklich, da der Hut eine runde Kuppe hatte. Kurzerhand wurde er von mir mit heißem Wasser formbar gemacht und in eine ansprechende Form gebracht. Anschließend wurden auf beiden Seiten die Schlitze für die Bänder in die Krempe geschnitten. Hierfür trennte ich einfach eine Naht leicht auf und sicherte sie zu beiden Enden.
Als Band nahm ich ein 6cm breites dunkelblaues Seidenband, welches ich in Schleifen und Schlaufen um die Hutkrempe dekorierte und anheftete.



Nun hatte es mir aber auch noch das im Text beschriebene Shawl-Corselet angetan. Es wird beschrieben, dass es aus einem großen Shwal gemacht wurde und im Rücken einen Einsatz hat, so dass es sich knapp auf der Taille anlegt und durch einen Zug unter der Brust gefasst wird.
Das klingt erst mal nicht schwierig, trotzdem bereitete mir die Umsetzung etwas Kopfzerbrechen. Das Ausgangsmaterial war ein alter Sari, den ich auf Ebay gefunden hatte und der vom Muster relativ gut zu dem Kupfer passte.
  
Nach schier endlosen Versuchen hatte ich für mich auch einen Schnitt gefunden, der sich gut umsetzen ließ. Dafür baute ich im Frontbereich noch zwei Flügel ein, die mittelst einer Nadel geschlossen werden und unter der eigentlichen Raffung später nicht mehr zu sehen sind.


Der Rest gestaltete sich recht simpel, der Sari wurde längs halbiert, an die Schnittkanten wurde die Borte des Saris wieder angenäht, so dass zwei schmale Shawlstücken entstanden, die den Frontbereich bildeten. Aus den Resten wurden dann das Rückenteil mit den Frontflügeln gefertigt. Ein eingenähter Tunnel ermöglicht die Raffung im Frontbereich.


Das fertige Ensemble: Das Kleid für die Basis ist mein Chemisenkleid um 1797. So passt alles perfekt zusammen!





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KK